Stadtmuseum Schwedt/Oder

„Schifffahrt auf der Oder“ - Binnenschifferkapitän Koch
verlängert bis 30. Mai 2021

Die neue Sonderausstellung „Schifffahrt auf der Oder“ ist im Schwedter Stadtmuseum aufgebaut. Gezeigt werden spannende Schiffsgeschichten, imposante Schiffsmodelle sowie umfangreiches Bild- und Kartenmaterial. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit Werner Lehmann, einem passionierten Sammler und Kenner der Materie. Auch Kinder können aktive Stunden im Museum verbringen: Eine Bastel- und Rätselecke mit vielen maritimen Details wurde eingerichtet und lädt zum Verweilen ein.

Beim Königlichen Bauamt für die Oderregulierung waren die Schiffsführer Ernst Koch, Emil Beise und Wilhelm Pust, der Maschinist Otto Braun und der Steuermann Mittelstaedt beschäftigt. Das Bauamt unterhielt fünf Kontrollschiffe. Sie hießen KRÄNIG, MÖNNE, TUE, MUCKEL und SCHWAN.

Der erfahrene Seemann Ernst Koch (1880–1957) wurde 1906 Schiffsführer der KRÄNIG. Die Besatzung bestand aus dem Schiffsführer Koch, dem Steuermann Wendland, dem Maschinist Braun und einem Koch. Der Heimathafen der KRÄNIG befand sich zur Zeit der Oderregulierung in Schwedt. Das Schiff war manchmal einige Tage unterwegs. Die Kontrollfahrten der Regierungsräte führten von Schwedt aus bis Breslau stromaufwärts und abwärts bis Stettin. Dabei wurden Vermessungen, Begutachtungen der Oderregulierungsmaßnahmen und der Uferbefestigungen durchgeführt. Ernst Koch engagierte sich als Vorstandsmitglied des 1914 gegründeten Schwedter Marinevereins. Die Familie wohnte in der Schützenstraße. Tochter Ursula Horn erinnert sich, dass Koch, wenn er einfuhr, dreimal tutete, sodass die Mutter das Essen aufsetzen konnte. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurden die Schiffsführer strengeren gesundheitlichen Kontrollen unterzogen. Eine Augenuntersuchung nahm man zum Vorwand, um ihn in den Innendienst nach Swinemünde als Bürogehilfe zu versetzen. Die Familie zog von Schwedt hinterher. Als 1935 die Strommeisterstelle in Ueckermünde frei wurde, griff Ernst Koch zu. Hier wurden die Schiffe der Grübelschen Reederei und Holztransporte ins Sägewerk Eggesin abgefertigt. Diese Arbeit erfüllte ihn, denn nun hatte er wieder mit Kähnen, Schiffern und Fischern zu tun. Die vielen spannenden Fakten hat das Stadtmuseum von der Tochter des Kapitäns, Ursula Horn, erhalten.


KRIEGSKINDER. Verlorene Heimat. Neue Wege
Ausstellung im Rahmen von Kulturland Brandenburg 2020 „Krieg und Frieden. 1945 und die Folgen in Brandenburg"
verlängert bis 30. Mai 2021

75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges blickt das Stadtmuseum auf jene Zeit zwischen Flucht, Kriegsende, Vertreibung und Neuanfang. Die Menschen erlebten massive Zerstörungen, hinzu kam die schier endlose Zahl der Opfer, das Maß an Verelendung und die Angst vor der sowjetischen Besatzung. Auf der anderen Seite stand die Hoffnung auf Frieden und Freiheit.
Wie waren die Anfänge? Warum galt der Plattenbau als höchster Luxus? Wie wurde Kultur gelebt? Was war den Menschen wichtig und was wird mit dem Begriff „Heimat“ verbunden? Die Ausstellung knüpft an das Kulturland Brandenburg Themenjahr „Krieg und Frieden“ an und gibt dabei den persönlichen Erinnerungen besonderen Raum. Die Zeitzeugeninterviews werden in filmischen Zusammenschnitten zu sehen sein. Weitere Informationen werden den Besuchern auf gesonderten Tafeln zur Verfügung gestellt.



Eintritt: Erwachsene 2 EUR, Ermäßigt 1 EUR
Öffnungszeiten: Di-Fr 10–17 Uhr, Sa-So 14–17 Uhr


Informationen & Kontakt
Stadtmuseum Schwedt/Oder
Jüdenstraße 17, 16303 Schwedt/Oder
Tel.: 03332-23460
www.schwedt.eu/de/stadtmuseum/137781

 

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