Erfassung der Tourismusakzeptanz

Schon vor dem Coronavirus bedingten Lockdown gab es in der Uckermark punktuelle Akzeptanzprobleme des Tourismus. Das hat verschiedene Ursachen. Zum einen stiegen die Besucherzahlen in der Region seit Jahren kontinuierlich an, so dass es in einigen Orten in der Hauptsaison schon zu einem deutlichen Zuwachs an Touristen kommt. Die Bürger nehmen dies als eine echte oder eine gefühlte Minderung der Lebensqualität wahr, worunter letztlich auch die Qualität der Erfahrungen von Besuchern leidet. Da der Hauptquellmarkt Berlin ist, fühlen sich viele „Einheimische“ insbesondere von den Berlinern „überrannt“. Quantitativ ist dieses Zuviel allerdings nicht messbar, da es keine definierten Grenzen gibt.

Gleichzeitig agieren viele Berliner als Investor, Unternehmer und Anbieter oft hochqualitativer, touristischer Leistungen in der Uckermark. Sie haben Gebäude instandgesetzt und somit zu einer Aufwertung der Ortschaften beigetragen. Diese Aufwertung führt aber auch zu einer schleichenden Gentrifizierung des ländlichen Raums. Die Grundstückspreise steigen in einigen begehrten Teilregionen und den Einheimischen fehlen im Gegensatz zu potenziellen Neubürgern häufig die finanziellen Ressourcen.
So entsteht bei den Einheimischen das Gefühl einer Grundungerechtigkeit: Die durch den Tourismus generierten Gewinne bleiben privat, fließen also den beispielsweise aus Berlin stammenden Anbietern zu, die negativen Folgen dagegen werden vergesellschaftet: erhöhtes Verkehrsaufkommen, Preissteigerungen und Beeinträchtigungen im Alltag müssen alle tragen, auch diejenigen, die nicht mitverdienen. Die positiven Auswirkungen wie beispielsweise Einkommens- und Beschäftigungseffekte, eine Bereitstellung von Infrastruktur, kulturellem Angebot und Events geraten hierbei schnell in den Hintergrund, besonders dann, wenn hierdurch nicht das einheimische Publikum, sondern eher zahlungskräftige Großstädter angesprochen werden.
 

Ablauf:

Juli 2020: Online-Befragung der touristischen Leistungsträger (Hoteliers, Gastronomen, Freizeitanbieter) in der Uckermark zur Erfassung eines Stimmungsbildes
 

24.8.2020: Online-Workshop mit Tourismusakteuren
• Ergebnisse der Anbieterbefragung?
• Wo sind die Belastungen/Konflikte in der Uckermark besonders groß?
• Wie kann die Tourismusakzeptanz der Bevölkerung erfasst werden?
• Wie erreichen wir, dass die gestiegene Lebensqualität (auch) als Folge des Tourismus wahrgenommen wird?
• Wie kann die Tourismusakzeptanz der Bevölkerung und anderer Anspruchsgruppen erhöht werden?

 

Ergebnisse zur Problemanalyse

Ergebnisse zu Lösungsansätzen


Die Anbieterbefragung und der Workshop wurden in Kooperation mit der HNE Eberswalde im Rahmen des Projektes "WIR! Wandel durch Innovation in der Region" umgesetzt.

Für 2021 ist eine Einwohnerbefragung zur Tourismusakzeptanz in der Uckermark geplant.