Anpassung an den Klimawandel: Die Zukunft im Tourismus in Deutschland gestalten

Ungeachtet der aktuellen globalen Krise, verursacht durch die COVID-19-Pandemie, die besonders die Tourismuswirtschaft hart trifft, schreitet der globale Klimawandel weiter fort und wird Tourismusdestinationen vor große Herausforderungen stellen. So sieht sich z.B. der Wintertourismus mit einer zunehmenden Abnahme der Schneesicherheit konfrontiert. Durch stärkere Beanspruchung von touristischen Infrastrukturen durch den Klimawandel steigen die Kosten für die Instandhaltung. Die touristische Nutzung von Gewässern wird durch die massenhafte Vermehrung von Algen oder Blaualgen eingeschränkt und das touristische Potenzial von Landschaften wird durch die Beeinträchtigung von empfindlichen Ökosystemen gefährdet. Zudem können Unwetter, Waldbrände, Hochwasser, Dürren oder Naturgefahren wie Felsstürze oder Muren häufiger auftreten und die Sicherheit von Touristinnen und Touristen gefährden und sich über die mediale Berichterstattung negativ auf das Image einer ganzen Tourismusregion auswirken.

Wie genau wirkt sich der Klimawandel auf touristische Destinationen in Deutschland aus? Sind Anpassungen notwendig? Welche konkreten Maßnahmen gibt es und wie können Anpassungsprozesse gelingen? Welche Finanzierungsmöglichkeiten für Anpassungsmaßnahmen gibt es?

 

Mit genau diesen Fragen zur Verbesserung der Resilienz des Tourismus gegenüber dem Klimawandel beschäftigt sich ein seit 2017 laufendes Forschungsvorhaben im Auftrag des Umweltbundesamtes und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

 

Das Klimainformationssystem (https://gis.uba.de/maps/resources/apps/tourismus) ist nun online. Bitte nutzen Sie für eine korrekte Darstellung der Karte die Internetbrowser Firefox oder Google Chrome. Mit dem Klimainformationssystem können Sie sich anhand von interaktiven Karten, Tabellen und Zeitreihen über die vergangene und mögliche zukünftige Klimaentwicklung in den deutschen Tourismusregionen informieren.

 

Über das Forschungsprojekt
Auch der Tourismus wird durch die Auswirkungen des globalen Klimawandels beeinflusst. Mit den regionalen Klimaveränderungen, deren Auswirkungen auf die Tourismusdestinationen in Angebot und Nachfrage sowie mit den Möglichkeiten entsprechender Klimawandelanpassungen befasst sich ein im September 2017 gestartetes Forschungsvorhaben im Rahmen des Ressortforschungsplans des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA).
Das Forschungsvorhaben hat dabei folgende Klimafolgen für die Tourismuswirtschaft betrachtet: Extremereignisse wie saisonale Zu- bzw. Abnahme von Feuchtigkeit, von Niederschlags- bzw. Schneefallwerten, Hitze, Flusshochwasser, Sturmfluten, Sturzfluten und Stürme; aber auch längerfristige Veränderungen bei Temperatur, Strahlung und dem Meeresspiegelanstieg.