Berichte zu den Baumpflanzaktionen
Auf dieser Seite finden Sie Berichte zu unseren Baumpflanzaktionen in den Stadtforsten der Uckermark. Seien auch Sie bei der nächsten Baumpflanzaktion mit dabei und bringen Baumsetzlinge in die Erde.
3. Baumpflanzaktion im Angermünder Stadtwald am 22. November 2025
Sonnenschein, -3°C
Bei frostigen Temperaturen aber schönstem Sonnenschein fand die diesjährige Pflanzaktion statt. Vom Treffpunkt am Strandbad Wolletzsee ging es zu Fuß zur Pflanzstelle. Auf dem Weg dahin erfuhren die knapp 20 Teilnehmer Wissenswertes zum Stadtwald, u.a. dass die Naturverjüngung dank intensiver Bejagung gut funktioniert. Ein besonderes Anliegen war Stadtförster Peter Specht, der die 366 ha in Angermünde bewirtschaftet, die Mutter-Wildbirne. Wer sich ein stattliches Exemplar vorgestellt hatte, war vielleicht etwas enttäuscht. Lang und eher dünn ragt sie in die Höhe – ein Ergebnis der jahrelangen Schattenstellung. Doch sie bildet schon Früchte und aus den Samen sprießen ringsherum einige kleine Jungbäume. Diese hat Förster Specht mitsamt den Wurzeln und der Erde ausgegraben, um sie an einer sonnigen, weil vom Sturm geschädigten Stelle, wieder einzupflanzen. Neben der Wildbirne hatte er außerdem Wildlinge von Wildkirsche, Esche und Ahorn dabei. Diese Wildlinge sind ideal an die örtlichen Boden- und Klimaverhältnisse angepasst. Sie werden ganz frisch mit ihren eigenen Wurzeln und dem Boden umgepflanzt, so dass sie deutlich vitaler und robuster sind. Der Stadtwald liegt innerhalb des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin und dort dürfen nur heimische Baumarten gepflanzt werden. Esskastanie, Rot-Eiche oder Douglasie sind bspw. nicht erlaubt.
An der Pflanzstelle angekommen, bildeten sich jeweils Zweierteams: einer mit Spaten, der andere mit einem Bündel Setzlinge in der Hand. Auf der Kuppe wurden die Eichensetzlinge gepflanzt und in der Senke die Buchen, weil diese ein eher feuchtes und kühleres Kleinklima bevorzugen. Hier hat sich die Hasel stark ausgebreitet. Auch wenn sie kein interessantes Wertholz ist und langfristig entfernt werden soll, bietet sie kurzfristig einen idealen Sonnen- und damit Verdunstungsschutz für die Setzlinge. Im Schatten der Hasel wurden also die jungen Bäume gepflanzt. Da die gesamte Fläche bereits eingezäunt und damit vor Wildverbiss geschützt ist, sind die Überlebenschancen der Jungbäume relativ hoch. Erstaunlicherweise war der Waldboden trotz Nachtfrost nicht gefroren. Die Bäume wirken wie eine Isolationsschicht und verhindern, dass die kalte Luft aus dem Freiland sich im Wald ausbreitet. Erst nach mehreren kalten Tagen und Nächten friert auch der Waldboden.
Bei der Arbeit war dann auch nichts mehr von der Kälte zu spüren. Spätestens beim Kaffee, heißem Apfelsaft und leckerem Kuchen wurden auch die Letzten wieder ordentlich durchgewärmt. Nach einem schönen Tag an der frischen Luft, mit netten Menschen, einer sinnvollen Tätigkeit und der ein oder anderen neuen Erkenntnis über die Forstwirtschaft traten alle zufrieden den Heimweg an.
856 Setzlinge kamen in 2025 zusammen. Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle an die VR-Bank Uckermark Randow, die auch in diesem Jahr die Aktion mit knapp 400 Bäumen unterstützt hat, sowie an den Lions-Club Prenzlau, welcher 100 Setzlinge beigesteuert hat. Stadtförster Peter Specht hatte großzügig auf 2200 Bäume aufgestockt. Die jungen Buchen und Eichen stammen aus der Forstbaumschule Templin – damit das Geld in der Region bleibt. Dazu kamen wie erwähnt einige Wildlinge aus dem Stadtwald Angermünde selbst.
Im nächsten Jahr wird die Baumpflanzaktion in einem anderen Stadtforst in der Uckermark stattfinden. Ab sofort können dafür Bäume erworben werden. Weitere Informationen zur Aktion „Bäume für die Uckermark“ und dem Erwerb von Baumsetzlingen unter www.tourismus-uckermark.de/bäume
Bilder von der 3. Pflanzaktion im Angermünder Stadtwald
2. Baumpflanzaktion im Prenzlauer Stadtwald am 09. November 2024
Im November 2023 starteten wir, die tmu Tourismus Marketing Uckermark GmbH, die Aktion „Bäume für die Uckermark“. Seit dem Start wurden 815 Baumsetzlinge erworben, die nun im Herbst im Prenzlauer Stadtwald eingepflanzt wurden.
Zahlreiche Bürger aus der Uckermark sowie Waldfreunde aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich an der Aktion beteiligt und Bäume gekauft. Eine besondere Unterstützung kam von der VR-Bank Uckermark-Randow eG, der NEB Betriebsgesellschaft mbH, der Wohnungsgenossenschaft Prenzlau eG sowie der A&W Apparate & Wärmetauscherbau GmbH aus Schönow. An der Baumpflanzaktion selbst beteiligten sich rund 40 Menschen, darunter auch Mitarbeiter der oben genannten Unternehmen, von 3 bis 90 Jahren reichte die Altersspanne. Der älteste Teilnehmer hatte eine Baum-Urkunde über 18 Bäume als Geschenk zu seinem 90. Geburtstag bekommen. Er ließ es sich nicht nehmen, bei der Aktion selbst tatkräftig mit anzupacken und seine Baumsetzlinge in die Erde zu bringen. Auch die Mutter einer Grundschülerin zeigte sich begeistert: „Es kann nicht schaden, bereits als Kind zu wissen, wie man einen Baum pflanzt, man kann nie wissen, wofür man diese Fähigkeit später mal noch brauchen kann“.
Für die Baumpflanzaktion hatte Prenzlaus Stadtförster Jens Rackelmann eine Fläche in der weniger bekannten Großen Heide, mit 1400 ha Teil des Prenzlauer Stadtwaldes, ausgewählt. Diese sollte mit einer Mischung verschiedenster Baumarten aufgeforstet werden. Auf der etwa 1 Hektar großen Fläche standen bis vor kurzem Fichten, die jedoch dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind. Die Bäume wurden gefällt und mit der Pflanzaktion soll der Natur bei der Wiederbewaldung unter die Arme gegriffen werden, damit die Lücke möglichst schnell wieder geschlossen wird. Forstfachleute denken, wenn es um die Zukunft des Waldes geht, an Dimensionen von 100 bis 150 Jahren: „Wir wissen nicht, wie heiß es in 50, 60 Jahren ist“, erklärt Herr Rackelmann. Deshalb würden heute schon Baumarten gepflanzt, die dann mit heißen und trockenen Perioden zurechtkommen. Buchen, Eichen, Linden und Hainbuchen kommen durch Naturverjüngung zu Hunderten von ganz allein. Daher suchte Herr Rackelmann für die Baumpflanzaktion Esskastanie, Weiß-Tanne und Spitz-Ahorn aus. Für die erste Pflanzaktion, hatte der Stadtförster die Anzahl der kleinen Bäumchen auf 850 aufgestockt.
Er erklärt den Teilnehmern: „Esskastanie brachten die Römer mit über die Alpen. Heute sind sie vor allem im Pfälzischen weit verbreitet (dort auch als „Keschde“ bezeichnet), die Früchte (Maronen) sind essbar, die Kastanie liefert ein gutes Holz, vergleichbar mit Eiche, die Blüten sind bei den Insekten sehr begehrt und die Früchte sind Futter für die Waldtiere, insbesondere für Wildschweine ein Gaumenschmaus.“
Die Weiß-Tanne ist dagegen heimisch, erklärt der Stadtförster weiter: „Ich habe damals noch gelernt, dass sie nur in Gebieten mit mindestens 1000 mm Jahresniederschlag wachsen. Davon sind wir hier weit entfernt mit gerade mal der Hälfte, rund 550 mm. Aber dem Baum wird heute eine Trocken- und Hitzetoleranz zugeschrieben und wird daher als zukunftsträchtig angesehen“. Rackelmann selbst hat auch sehr alte Exemplare der Weiß-Tanne im Revier, denen die trockenen und heißen Jahre nichts anhaben konnten. Die Nadeln sind viel leichter zersetzbar und daher besser zur Humusbildung geeignet als bspw. die der Kiefer. Humus wiederum speichert Wasser und Nährstoffe. Die Weiß-Tannen kommen aus drei verschiedenen umliegenden Baumschulen: Frankfurt (Oder), Güstrow und Templin – um eine gewisse genetische Vielfalt zu gewährleisten.
Spitz-Ahorn ist noch nicht so gut verbreitet im Stadtwald und sollte daher unterstützend gepflanzt werden.
Die Esskastanien hatten noch Blätter, die sogar zum Teil noch grün waren. „Die Pflanzzeit verschiebt sich immer weiter nach hinten, da die Bäume immer länger grün bleiben.“ Die Baumschulen verkaufen die Pflanzen aber erst im Ruhezustand, also normalerweise nach dem Laubfall. Der Spitz-Ahorn dagegen bestand nur aus einem Trieb, dies machte es beim Pflanzen etwas schwerer, in der Fläche zu überblicken, wo bereits ein Baumsetzling gepflanzt wurde.
Die Teilnehmer teilten sich in drei Gruppen auf und pflanzten in Zweier-Teams die drei Baumarten auf unterschiedlichen Flächen. Während die Weiß-Tanne mit wenig Licht auskommt, wurden die Esskastanie und der Spitz-Ahorn auf hellen Lichtungen gepflanzt. Jetzt braucht es nur noch ordentlich Regen, damit die jungen Bäumchen gut anwachsen und gedeihen.
Im Anschluss an die Pflanzung konnten sich die Teilnehmer mit einer regionalen Bio-Bratwurst im Brötchen sowie heißem Apfelsaft von der Mosterei Klimmek aus Angermünde stärken und vor allem wärmen. Die Stadtinformation Prenzlau hatte außerdem noch Prenzlauer Apfelsaft zum Mitnehmen gesponsert.
Im Herbst 2025 ist die nächste Baumpflanzaktion von „Bäume für die Uckermark“ geplant, im Online-Shop dürfen so lange wieder fleißig Bäume erworben werden.
Bilder von der 2. Pflanzaktion im Prenzlauer Stadtwald
Die Auftakt-Baumpflanzung am 15. November 2023
Gandenitz bei Templin, Mitte November, 6 °C und Nieselregen – nicht das beste Wetter für einen Outdoor-Tag in der Uckermark. Jedoch das perfekte Wetter, um unsere ersten kleinen Bäume in die Erde zu bringen und ihnen die besten Startchancen mit auf den Weg zu geben.
Die Idee zu der Baumpflanzaktion hatten unsere Partner aus dem Netzwerk „Ferien fürs Klima“. Und genau mit diesen und noch weiteren Partnern aus dem Tourismus haben wir die ersten 500 Bäume in die Erde gebracht. Trotz Hochsaison im Wald waren auch die anderen Stadtförster der Uckermark mit dabei, so dass wir mit fachlichem Know-how bestens ausgestattet waren.
Ausgerüstet mit speziellen Pflanzspaten und jeder Menge Baumsetzlingen dirigierte uns Christian Hierdeis, in sein Revier. Vor uns lag ein älterer Fichtenbestand. Der Boden leuchtend grün mit Moos bedeckt. Bei genauerem Hinsehen fielen einige tote Bäume auf, die die Trockenheit und der Borkenkäfer dahingerafft haben. Den freigewordenen Platz erobern sich schon von ganz allein junge Eichen, Buchen, Kiefern und Fichten. Hierdeis‘ Plan ist, den Wald möglichst bunt aufzustellen, also Mischwälder zu entwickeln. Viele Arten kommen von allein. Andere will er gezielt dazu pflanzen. Dazu zählen u.a. Baumhasel, Edelkastanie und wie wir heute gepflanzt haben: Weiß-Tannen. Sie gelten als eine der Baumarten, die relativ gut mit den sich ändernden Klimabedingungen umgehen können. Gezogen wurden sie, so erfahren wir, aus heimischem Saatgut in der Forstbaumschule Lübbesee in Templin. Nach kurzer Erklärung verteilten sich alle in Zweier-Teams, mit Spaten und einem Bündel Setzlinge ausgerüstet, in dem Waldstück. Gepflanzt wurde im Weitverband, d. h. eine lockere Pflanzung mit 3 bis 5 Metern Abstand zwischen den Jungbäumen. Förster-Tipp: Direkt neben einen Baumstumpf pflanzen, denn das Totholz ist Wasserspeicher und außerdem zersetzt er sich im Laufe der Jahre und gibt die freiwerdenden Nährstoffe direkt an den Jungbaum ab.
Immerhin ist es ein überdurchschnittlich feuchter November, so dass die Jungbäume gute Startchancen haben. Und es ist der Grund, warum wir im Herbst und nicht im Frühjahr, wenn unsere Region immer häufiger von Trockenheit betroffen ist, pflanzen. In rund 1,5 Stunden haben wir so 500 junge Tannen auf etwa 2 Hektar gepflanzt. Alle sind zufrieden und strahlen. So einen Baum zu pflanzen, quasi neues Leben in die Welt zu bringen, erzeugt definitiv ein gutes Gefühl. Zum gemeinsamen Ausklang gab es heißen Apfelsaft vom Gutshof Kraatz.
Bilder von der Auftakt-Pflanzaktion im Templiner Stadtforst
Die Bewirtschaftung des Templiner Stadtwaldes – Ein Interview mit dem Stadtförster
„Die Situation in unseren Wäldern ist trotz zunehmender Klimaextreme noch halbwegs stabil“ sagt Christian Hierdeis, Stadtförster von Templin. „Doch auch bei uns kränkeln Bäume an vielen Stellen aufgrund des menschengemachten Klimawandels.“ Er verweist auf schüttere Kronen von Laub- und Nadelbäumen. Immer wieder sieht er Laubbäume, die einen Teil ihrer Blätter bereits im Sommer abgeworfen haben oder bereits abgestorben sind.
Der dynamische Förster setzt mit seinen beiden Kollegen in dem 3500 Hektar großen Stadtwald besonders auf Naturverjüngung. Darauf, dass „sich die Wälder unter geänderten Klimabedingungen neu erfinden.“ Die Zeit der reinen Nadelholzforste jedenfalls ist vorbei. Hierdeis gibt bunten Mischwäldern mit mindestens drei, besser fünf unterschiedlichen Baumarten die besten Zukunftschancen. Er ist überzeugt, dass artenreiche Wälder dem Klimawandel besser trotzen können als Kiefernforste. Und sollten in Mischwäldern einzelne Baumarten ausfallen, könnten andere übernehmen, der Wald bliebe bestehen.
Noch wachsen im Templiner Stadtwald auf mehr als 50 Prozent der Fläche Kiefern. Um die angestrebten Mischwälder zu begründen, sind gemeinsame Pflanzaktionen geplant. Bislang hätten sich heimische Eichen, Ahorne, Kirschbäume oder Weißtannen als zukunftsfähige Baumarten erwiesen. Ergänzend will der Förster Zedern, Thuja und Baumhaseln einbringen.
Für diesen notwendigen Waldumbau wünscht er sich die Unterstützung möglichst vieler Menschen, die zusammen mit Förstern junge Bäume pflanzen. Für die Stadtförster sind diese eine Investition in die Zukunft: „Das Ökosystem Wald liefert uns Trinkwasser, sorgt für Bodenschutz, kühlt die umgebende Landschaft, bietet vielfältigen Lebensraum und wertvolle Erholungsfunktion für Menschen aus nah und fern.“
Anet Hoppe von der tmu setzt ebenfalls auf viele hilfreiche Hände:„Mit Aktionen wie dieser sorgen wir dafür, dass die Uckermark und ihre Wälder auch zukünftig für Freizeit und Urlaub attraktiv bleiben.“
Hierdeis brennt darauf, diese „Gemeinschaftsaufgabe“ jetzt anzupacken und den Wald mit vielen Freiwilligen in eine sichere Zukunft zu führen. „Wir müssen unsere Wälder gemeinsam breit aufstellen, dass sie unseren Nachfolgern und Nachfahren so zur Verfügung stehen wie wir sie heute genießen“, formuliert der Templiner Stadtförster ein klares Ziel der Initiative uckermärkischer Städte mit der Tourismus Marketing Uckermark.


























