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Oder-Neiße-Radweg

630 km  (43 km in der Uckermark)
Start: Nová Ves (Isergebirge), Ziel: Ahlbeck (Insel Usedom)
Markierung: Grünes Dreieck „Oder-Neiße“, D‑Route 12
Ein Weg, zwei Flüsse, drei Länder… Von der Neißequelle im tschechischen Nová Ves bis Ahlbeck auf Usedom geht es 630 Kilometer vom Isergebirge entlang der deutsch-polnischen Grenze bis zur Ostsee – erlebnisreich!

Im tschechischen Isergebirge in der Nähe von Nová Ves, entspringt die Neiße. Dort beginnt Deutschlands östlichster Radweg, der Oder-Neiße-Radweg. Ab der Quelle geht es durch das bergige Land hinunter ins Dreiländereck Tschechien-Polen-Deutschland. Die sächsische Stadt Zittau mit seinen barocken Bürgerhäusern ist Etappenziel und nicht weit von der tschechischen Grenze entfernt. Der Radweg führt weiter über Hirschfelde mit dem ältesten sächsischen Braunkohle-Großkraftwerk, heute technisches Denkmal und Museum zum Kloster St. Marienthal, dem ältesten, nie aufgehobenen Kloster, der noch in Deutschland bestehenden Zisterzienserinnen Klöster. Als nächstes passiert man die Stadt Görlitz. Görlitz wurde ebenfalls als Handelsknotenpunkt reich und lockt mit einer sorgfältig sanierten Altstadt. Bad Muskau, die letzte sächsische Station des Oder-Neiße-Radweges und bekam für seinen Landschaftspark-Phantasie des Fürst Pückler – mit Prädikat UNESCO-Weltkulturerbe. Hinter Bad Muskau überquert man die brandenburgische Landesgrenze.

Im Lausitzer Seenland angekommen, offenbart sich heute dem Radwanderer ein Paradies. Im UNESCO Global Geopark Muskauer Faltenbogen entdeckt man eine durch die Eiszeit geprägte faszinierende Kulturlandschaft. Durch das Naturschutzgebiet wie z.B. dem „Märchenwald“ gelangt man in die Rosenstadt Forst (Lausitz). Der über 100- jährige Ostdeutsche Rosengarten verzaubert den Besucher nicht nur durch den Duft von über zehntausend Rosen sondern auch durch seine Einzigartigkeit in der Kombination von Gartenkunst, Landschaftsarchitektur und botanischer Vielfalt. Der Radweg führt weiter direkt in eine der ältesten Städte im Lausitzer Seenland – nach Guben. Hier ist ein Abstecher in das polnische Gubin zu empfehlen.

Im Seenland Oder-Spree beginnt der Oder-Neiße-Radweg in Ratzdorf, wo die Neiße in die Oder mündet und führt dann bis nach Hohensaaten. Ein Abstecher nach Neuzelle zahlt sich aus. Der Ort ist eng mit den Zisterzienser-Mönchen verbunden, die dort ein einmaliges Ensemble aus Barockkirche, Orangerie und Klostergarten errichteten. Das Museum „Himmlisches Theater“ zeigt die einmaligen Neuzeller Passionsdarstellungen und ist eine Attraktion von europäischem Rang.
Wenige Kilometer weiter nördlich erreicht man Eisenhüttenstadt. Die Stadt wurde für das Stahlwerk in den 1950er Jahren erbaut. Die Häuser der vier Wohnkomplexe im „Zuckerbäckerstil“ werden immer beliebter als Kulisse für Kino- und Fernsehfilme. In der Kleiststadt Frankfurt (Oder) bietet sich ein Schlenker zu den polnischen Nachbarn an. Wer gut zu Fuß ist, erklimmt den Kirchturm und genießt die fantastische Aussicht über die Stadt. Das Kontrastprogramm zu den Städten folgt mit dem Oderbruch zwischen Lebus und Bad Freienwalde. Die vom Preußenkönig Friedrich II. trockengelegte Landschaft hat einen ganz eigenen Charakter.
Wenn im Frühjahr die Adonisröschen rund um Lebus erblühen färben sich die Oderhänge in ein leuchtendes Gelb. 

In Hohensaaten beginnt die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße an welcher nun der Radweg entlang führt. Der Schifffahrtskanal verläuft auf 42 Kilometern parallel zur Oder bis zur Einmündung in die Westoder bei Friedrichsthal. Nach dem man die Orte Lunow und Stolzenhagen passiert hat, erreicht man die Uckermark mit Deutschlands einzigem Auen-Nationalpark – dem Nationalpark Unteres Odertal. Schon aus der Ferne sieht man den Stolper Turm, auch „Grützpott“ genannt, hoch auf dem Berg gelegen, mit Blick ins Untere Odertal. Der Stolper Turm kann bei einer Führung besichtigt werden. Auf der Aussichtsplattform bietet sich ein Weitblick bis auf die polnische Seite der Oder. Im nachfolgenden Ort Criewen liegt das Besucherzentrum des Nationalparks Unteres Odertal. Die Ausstellung lädt zu einem spannenden Exkurs in die Landschaft und deren Geschichte ein. Jeder Besucher kann aktiv werden und auf einer Endeckungstour durch 13 Ausstellungsbereiche den Geheimnissen der Natur näher kommen. Im Natura 2000 Haus ist das Gläserne Atelier der Textildesignerin Susan Krieger zu finden. Sie ist bekannt für ihre Produkte in Handsiebdruck und ihre einmaligen und auffälligen Designs. 

Tipp: Während im Herbst tausende Kraniche den Nationalpark Unteres Odertal aufsuchen, locken im Januar und Februar  hunderte seltene Singschwäne mit ihrem Gesang. Der Kranich sucht hier für einige Wochen seinen Schlafplatz im Auengebiet der Oder auf und bietet ein allabendliches Schauspiel. Der Singschwan stimmt mit seinen glockenartigen Rufen auf den Frühling ein, bevor er seine Reise zu den Brutplätzen ins nördliche Europa antritt.

Nur wenige Kilometer weiter erreicht man die Nationalparkstadt Schwedt/Oder. Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt laden ganzjährig zu Theater, Musical, Konzerten und Lesungen ein. Highlight sind die Odertal-Festspiele auf der Odertalbühne direkt am Flussufer von Juni bis September. In Schwedt/Oder bietet sich die Möglichkeit vom Rad auf das Kanu umzusteigen und die einzigartige Natur des Nationalparks hautnah zu erleben. Geführte Kanutouren sind vom 15. Juli bis 14. November direkt am Campingplatz StroamCamp buchbar. 

Der Oder-Neiße-Radweg führt weiter über Gartz (Oder) und Mescherin Richtung Ostsee. Ab Staffelde gibt es Anschlussmöglichkeiten bis in die polnische Metropole Stettin über die „Grüne Grenze“ oder über die West-Oder-Brücke in Mescherin ins nahe Gryfino.

Die Stadt Penkun ist das Tor nach Vorpommern. Sie ist umgeben von 7 Seen und einer einmaligen, hügeligen, wilden Natur, die es per Rad oder zu Fuß zu erkunden gilt. Highlight ist das Schloss mit Museum inmitten der historischen Altstadt. Weiter geht es nach Löcknitz, wo man vom Burgfried aus eine schöne Aussicht auf die Randowniederung hat. Durch den Naturpark „Am Stettiner Haff“ fährt man durch Heidelandschaften und Fischerdörfer Richtung Küste. Das Seebad Ueckermünde lädt mit seinem maritimen Flair zu Fischbrötchen, Schlendern an der Promenade am Haff und dem Besuch des Museums im Schloss – mit Wissenswertem rund um die Stadt- und Seefahrtsgeschichte ein. Weiter geht’s in die Hansestadt Anklam, eingebettet im Naturpark Flusslandschaft Peenetal. In der Hansestadt und ihrer Umgebung zeugen zahlreiche (bau-)historische Sehenswürdigkeiten von ihrer bewegten Geschichte.

Kurz hinter Anklam erreicht man die Insel Usedom. Sandstrände und Dünen prägen das Bild. Doch Deutschlands zweitgrößte Insel hat auch ihre wilden Seiten: schroffe Steilküsten, uralte Wälder, einsame Moore, tiefe Seen und kleine Ortschaften, die sich zu einer harmonischen Einheit fügen. Im Naturpark Insel Usedom öffnet Mutter Natur ihre Schatzkiste. Am Achterwasser finden Seeadler und Fischotter ihren ursprünglichen Lebensraum.

Wegebeschaffenheit

  • Uckermark: asphaltierter Radweg, wenig befahrene Nebenstraßen
  • Hinweis: Wurzelbrüche Gartz (Oder) Richtung Mescherin (Sanierung für 2026 geplant)

Kartenempfehlung

  • Rad-/Wan­derkarte Oder-Neiße-Rad­weg 1:60 000, Ver­lag Dr. Barthel, Zick-Za­ck-Fal­tung, GPS-fähig, wet­ter­fest und in­klusive Be­glei­theft >> im Uckermark-Shop bestellbar

Daten & Fakten

  • Länge: 630 km
  • Höhenlage: von ca. 620 m ü. NN bis 0 m ü. NN
  • Richtung: Süd – Nord
  • Länder/Bundesländer: Kreis Liberec (CZ), Sachsen (D), Brandenburg (D), Mecklenburg-Vorpommern (D)
  • Verlauf: Nová Ves – Görlitz, Forst – Frankfurt (Oder) – Schwedt (Oder) – Ueckermünde – Ahlbeck

Etappeneinteilung

  • Neißequelle – Zittau
  • Zittau – Görlitz
  • Görlitz – Bad Muskau
  • Bad Muskau – Guben
  • Guben  – Neuzelle – Frankfurt (Oder)
  • Lebus – Oderbruch – Hohensaaten
  • Nationalpark Unteres Odertal: Stolpe – Criewen – Schwedt/Oder – Penkun
  • Löcknitz – Ueckermünde – Anklam – Ahlbeck

Anreise

  • Bahnhöfe entlang der Route: Nová Ves nad Nisou und Jablonec nad Nisou, Zittau, Görlitz, Forst (Lausitz), Guben, Eisenhüttenstadt, Frankfurt (Oder), Schwedt/Oder, Ueckermünde, Anklam, Ahlbeck
  • Tipp: EURO-NEISSE-Ticket für Fahrten im Bezirk Liberec (Liberecký kraj, CZ), im Zweckverbund Oberlausitz-Niederschlesien (D) und Grenzgebiet des polnischen Niederschlesien (PL)
  •  Tourenplanung unter: www.bahn.de

Kontakt

weitere Kontakte entlang der Strecke

von der Quelle zur Mündung

Isergebirge/Neißequelle

Oberlausitz

Lausitzer Seenland

Seenland Oder-Spree

Uckermark

Vorpommern & Stettiner Haff

Usedom & Peenetal

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